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Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Erzieherinnen und Erzieher, liebe Übungsleiterinnen und Übungsleiter, liebe Eltern,

Elisabeth Heister-Neumann Niedersächsische Kultusministerin

ich begrüße Sie herzlich auf den Seiten zum "Bewegten Kindergarten".

Was in Folge der Landtagsentschließung vom 12.02.2004 in Niedersachsen als Projekt der Landesregierung bis heute entstanden ist, darf uns alle mit Stolz erfüllen und zuversichtlich in die Zukunft schauen lassen. Es wird nicht lange dauern, dass mit den inzwischen erreichten Einrichtungen bald über tausend Kindertagesstätten mitmachen und elementare Bewegungserziehung zu einem Schwerpunkt in ihrem Wirkungsbereich erklären. Diese Internetseiten sollen dazu beitragen, eine solche Entwicklung zu unterstützen. Sie sollen für die ganzheitliche Förderung der kindlichen Entwicklung durch Bewegungsangebote und Bewegungsgelegenheiten werben. Wir wollen der um sich greifenden Bewegungsarmut im Alltag unserer Kinder bewusst entgegen steuern.

Bewegungserfahrungen eröffnen unseren Jüngsten auf ganz unverzichtbare Weise das Tor zum Lernen, denn die frühkindliche Wahrnehmungsentwicklung ist eng mit körpergebundenen Erfahrungen verknüpft. Alle Kinder wollen laufen, springen, klettern, tanzen, werfen und hüpfen. Sie wollen sich drehen und rollen, raufen und ringen. Sie lachen und singen dabei und lernen sich und ihre Welt kennen und erweitern auf lebensfrohe Weise ihren Erfahrungs- und Erlebniskreis. Der ‚Bewegte Kindergarten’ mit seinen drei Modulen, dem Rollplan, dem Markenzeichen und den Kooperationen von Kitas und Sportvereinen, will unterstützend dazu beitragen, den Kindern dieses Tor offen zu halten.

‚Nichts ist im Verstand, was nicht zuvor in der Wahrnehmung wäre’, wird Thomas von Aquin, der große Denker des 13. Jahrhunderts, zitiert. Heute machen uns Gehirnforscher auf dieselben  Zusammenhänge aufmerksam: „Indem es einem Kind möglich wird, mehr konkrete Sinneserfahrungen miteinander zu verknüpfen, gewinnt es auch eine immer bessere Vorstellung von den dahinter verborgenen, nicht sichtbaren, nicht hörbaren, nicht fühlbaren Phänomenen seiner Lebenswelt. Bei diesen Fähigkeiten handelt es sich um metakognitive Leistungen. … Diese Metakompetenzen können nicht unterrichtet oder auswendig gelernt werden, sie können nur durch eigene Erfahrungen im Gehirn verankert werden“( Hüther et alt., 2006).

Wir sind offen für weitere Anregungen und Ideen zur Fortentwicklung unseres Konzeptes und laden über unser Internetangebot zu einem fruchtbaren Erfahrungsaustausch ein.

Elisabeth Heister-Neumann
Niedersächsische Kultusministerin